Die Medizin und das Kuriosum oder Das Wagnis der Vorausschau anhand eines Rückblicks


Eine der kuriosesten der an Kuriositäten reichen europäischen Medizingeschichte ist das Modell des siebenkammerigen Uterus: Die Gebärmutter hat rechts drei Kammern, ebenso links und eine in der Mitte. Kommt nun das befruchtende männliche Sperma in eine rechte Kammer, so entwickelt sich ein Junge, kommt es nach links, dann ein Mädchen, während die Mitte für die Zwitter - im aktuellen Sprachgebrauch könnte man dafür auch Gender - reserviert ist. Eine erste weite Verbreitung fand diese Vorstellung im 11. Jahrhundert, kam in den folgenden Jahrhunderten zu ihrer Blütezeit und wurde schließlich 1543 durch Vesal, den Begründer der modernen Anatomie zu Grabe getragen.
Im Vortrag geht es nun darum, anhand epochaler astronomischer Konstellationen (Pluto/Neptun und Pluto/Saturn Konjunktionen) die Wirkgeschichte dieses Uterusmodells zu untersuchen, um daraus die Prognose abzuleiten, welche aktuell im Alltag üblicher Medizinmodelle wohl bald genauso in der Mottenkiste der Geschichte landen wie der siebenkammerige Uterus im Jahr 1543. Dabei steht im Zentrum dieser Prognose das Bild des Herzens in der heute üblichen Kardiologie, das leider zur reinen Blutpumpe mutierte und als solche in den kommenden Jahren sicher um extrem spannende Aufgaben bereichert werden wird.

1 Abend, 12.02.2019,
Dienstag, 19:30 - 21:00 Uhr
1 Termin(e)
Robert Dr.Reisert
111
Vortrag:
4,00

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